Feuer in der Altstadt

23. Juni 2010
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Das Dachgeschoss eines Hauses am Guttenbergplatz ist am Mittwochvormittag, 23. Juni 2010 vollständig ausgebrannt.

 

Das brennende Haus am Guttenbergplatz
Foto: Julia Schlösser

Die Feuerwehren aus Bad Camberg und den umliegenden Gemeinden, die mit ungefähr 50 Leuten im Einsatz waren, konnten das Feuer unter Kontrolle bringen und das Übergreifen auf Nachbarhäuser verhindern. Allerdings dauert es noch Stunden, bis alle Brandnester gelöscht waren. Die Feuerwehrleute konnten wegen der starken Rauchentwicklung nur mit Atemschutzgeräten arbeiten.

Blick über den Guttenbergplatz auf das brennende Haus

Die Sicherheit hat auch bei diesem Einsatz höchste Priorität. So dient die zweite Leiter auch als Notausgang, falls Feuerwehrleuten in dem Gebäude durch aufflackernde Brände der Fluchtweg zu der ersten Leiter versperrt wird.

Welchen Schaden das Feuer und das Löschwasser in den unteren beiden Stockwerken angerichtet haben, lässt sich momentan noch nicht sagen. Nach Angaben eines Nachbarn sei ein in Flammen aufgegangener Föhn die Brandursache - eine verbindliche Aussage lässt sich aber wohl erst nach Untersuchung durch die Brandinspektion und Befragung der Bewohner machen.

Rauch steigt aus dem Dach

Nachtrag:
Im Polizeibericht lese ich gerade:

"In der Guttenbergstraße kam es heute Morgen zum Brand in der Dachgeschosswohnung eines zweistöckigen Fachwerkhauses. Eine Besucherin wollte sich im Bad die Haare fönen, als der benutzte Haartrockner aufgrund eines technischen Defekts Feuer fing. Die 46-jährige Frau wurde dabei leicht verletzt und verließ das Haus zusammen mit fünf weiteren Personen, die sich in den insgesamt drei Wohnungen aufgehalten hatten. Die alarmierte Feuerwehr löschte den Brand, der sich schnell auf die gesamte Dachgeschosswohnung ausgebreitet hatte. Der Sachschaden wird derzeit auf etwa 150.000 EUR geschätzt. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Bad Camberg, Erbach, Würges, Oberselters und Niederselters."

zweiter Nachtrag:

es waren ca 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr und 15 Rotkreuzler der OV Camberg im Einsatz. Einge Wehren waren nicht direkt am Schadensort im Einsatz.

Die Helfer des Deutschen Rotes Kreuz Bad Camberg

Das Deutsche Rote Kreuz war ebenfalls im Einsatz, musste zum Glück aber keine Brandverletzten versorgen. Ganz interessant sind die Aufgaben, die das Rote Kreuz übernimmt. Selbstverständlich sind die Rotkreuzler in Bereitschaft für den Fall, dass einer der Feuerwehrleute zu Schaden kommen sollte. Aber darüber hinaus sind sie für die Verpflegung und Betreuung der Feuerwehrleute zuständig, denn insbesondere der Einsatz mit Atemschutzgerät ist doch sehr anstrengend.

Auch für die Unterbringung der betroffenen Hausbewohner sowie die Versorgung mit dem Notwendigsten sorgt das Rote Kreuz, wenn keine Verwandte oder Freunde in der Nähe wohnen.

Und die Feuerwehrleute werden nach dem Einsatz dekontaminiert. Nicht nur Staub und Ruß sind das Problem, der Rauch enthält meist auch giftige oder zumindest gesundheitsschädliche Stoffe, wie gerade im Dachbereich Asbest oder die bei Verbrennung von Kunststoffen entstehenden Säuren und andere hochgiftige Dämpfe.

Feuerbrunnen in der Strackgasse

Unwillkürlich musste ich in dieser Situation an die Einweihung des "Feuerbrunnens" in der Strackgasse denken. Man kann sich leicht vorstellen, welche Auswirkungen das Feuer ohne die modernen Gerätschaften hätte haben können. Bleibt zu hoffen, dass die allenthalb diskutierten Sparzwänge nicht auf die Einsatzfähigkeit von Feuerwehr und anderer Hilfsorganisationen durchschlagen.

historische-Eimerkette bei der Einweihung des Feuerbrunnen in der Strackgasse