Drehscheibe Camberg

Bad-Camberg.Info

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Nachrichten Internet Landrat will schnelles Internet für alle

Landrat will schnelles Internet für alle

E-Mail Drucken

Die Wirtschaftsfördergesellschaft Limburg-Weilburg-Diez (WfG) wird mit einem Kostenaufwand von rd. 65.000,- Euro eine kreisweite Breitbandstudie in Auftrag geben, die Potentiale und Lösungsmöglichkeiten für den Aufbau und den Betrieb eines Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetzes aufzeigen soll. Ziel ist, Datenbandbreiten von über 50mbit zu ermöglichen.

Dies ist das einstimmige Ergebnis eines Treffens im Kreishaus, an welchem auf Einladung von Landrat Michel nahezu alle Bürgermeister der 19 Kommunen sowie Vertreter des Hess. Wirtschaftsministeriums und der Breitbandkoordinator des Vereins MitteHesen teilnahmen. Die Studie wird zu 50% vom Land Hessen bezuschusst, den Rest teilen sich die Städte und Gemeinden.

Die Initiative hierzu kam vom Landrat und vom Berater der WfG, dem früheren Beselicher Bürgermeister Martin Rudersdorf, der das Projekt koordinieren und abwickeln wird.

Michel wies in seiner Begrüßung auf die Wichtigkeit von schnellen Glasfasernetzen für die heimischen Wirtschaft hin: "Unsere Firmen können nur dann im Wettbewerb mithalten, wenn Sie über leistungsfähige Datennetze verfügen, um ihre Dienstleistungen, Angebote, Aufträge ggf. auch im Firmenverbund abwickeln zu können. Heimarbeitsplätze gewinnen gerade in unserer Region immer mehr an Bedeutung und diese funktionieren nur, wenn hohen Bandbreiten mit synchroner Leistung für Uploads wie für Downloads vorhanden sind." Viele Städte und Gemeinden hätten die Thematik bereits aufgegriffen und auch mit Unterstützung von Bund und Land die Grundversorgung optimiert. Bandbreiten, wie sie aber im Rhein-Main-Gebiet flächig verfügbar sind, könne die Wirtschaftsregion Limburg-Weilburg-Diez nur bedingt vorweisen.

Unterstützung erhielt der Landrat vom Georg Matzner, Referatsleiter für Informationstechnologien aus dem Hess. Wirtschaftsministerium: "Breitband ist direkte Wirtschaftsförderung und wenn Sie das Thema nicht aktiv angehen, wird der Landkreis in 200 Jahren noch nicht flächendeckend versorgt sein."

Der Berater der WfG Martin Rudersdorf erläuterte die Auswahl- und Entscheidungskriterien für den nun gefundenen kompetenten Dienstleister KPR Capital, der die Studie erstellen soll. KPR Capital kann umfangreiche Projekterfahrung im Planen von Breitbandinfrastrukturen, der Erstellung von Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen von unterschiedlichen Betreibermodellen und Erfahrungen bei der Marktanalyse im Kommunikationsbereich sowie Projekterfahrung bei der Realisierung vorweisen. Dies sei neben dem angebotenen Preis ausschlaggebend für den Zuschlag gewesen. Wichtig sei auch, dass die Daten auf der Grundlage eines sog. GIS-Systems ermittelt werden, was die Weiterverwendung durch die Kommunen ermöglicht. Damit erhält jede Kommune bezogen auf das Gemeindegebiet eine genaue Handlungsanleitung, wie - ggf. stufenweise - die Breitbandversorgung realisiert werden kann.

Dr. Beate Rickert von der KPR Capital erläuterte ihre Vorstellungen zu Inhalt und Aufbau der Studie. Nach einer umfassenden Bestandsaufnahme der aktuellen Infrastruktur und Versorgungssituation in den Kommunen sollen sog. Cluster, gebildet werden, um für vergleichbare Teilregionen eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung anzustellen. Hieraus werden Kostenmodelle bei verschiedenen Ausbauschritten (Glasfaserausbau bis zum Kabelverteiler des TK-Anbieters oder sogar bis zum Endkunden) entwickelt. Unter Berücksichtigung verschiedener Betreibermodellen werden dann Umsatzmodelle entwickelt. Im Ergebnis erhält jede Kommune eine Hochrechnung mit welchem Kosteneinsatz die Breitbandversorgung erreicht werden kann.

In der anschließenden Diskussion mit den Bürgermeistern spielte auch die Frage nach vergleichbaren Funklösungen eine Rolle. Hierzu gab es von den Fachleuten eine eindeutige Stellungnahme. Funklösungen wird es parallel immer geben, diese ermöglichen aber nur Bandbreiten von 2mbit und werden den künftigen hohen Datenraten nicht gerecht.

Für die Anfertigung der Studie ist ein Zeitraum von etwa einem halben Jahr eingeplant, mithin könnten bereits im Frühjahr 2012 erste Ergebnisse vorliegen.

Martin Rudersdorf und Landrat Michel halten ein Stück Glasfaserkabel in der Hand
Mit einem vieradrigen Glasfaserkabel, wie es Martin Rudersdorf und Landrat Michel zeigen, lassen sich bis zu 1000 Haushalte mit schnellem Internet versorgen

 

Werbung

Banner
Logo FaCe
FamilienCentrum
Bad Camberg
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner