Nachruf Pater Johannes

20. August 2014
Drucken

Gott, der Herr über Leben und Tod, hat am Montag, 18. August 2014, seinen Diener Pater Johannes Alilovic, OFM im Alter von 76 Jahren - nach fast einem Jahr schwerer Krankheit - in sein Reich aufgenommen.

"Sind wir mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden" Römer 6,8

Mit dem tröstenden Wort des Hl. Paulus nimmt die Pfarrei St. Peter und Paul in liebevollem Gedenken Abschied von Pater Johannes Alilovic, OFM.

Geboren wurde Pater Johannes - Ivica Alilovic - am 25.03.1938 in Busovaca /Bosnien als erstes von zehn Kindern. Nach dem Abitur und einer zweijährigen Militärzeit unter dem Tito-Regime studierte er Theologie in Sarajevo und Mönchengladbach. Im Mai 1965 empfing er die Priesterweihe in Sarajevo, arbeitete bis 1975 als Kaplan in verschiedenen Gemeinden des Bistums Essen. Von seinem Ordensoberen wurde er dann nach Bosnien zurückgeholt, wo er bis 1985 Pfarrer und Vorsteher eines Klosters war; danach übernahm er eine Pfarrstelle in Kroatien, die er durch die Kriegswirren 1991 verlassen musste. Bis 1993 blieb er als Vertriebener im Franziskanerkloster in Zagreb, von dort wurde er in Ungarn eingesetzt zur Betreuung der kroatischen Nationalminderheit. 1997 wurde er vom Pater Provinzial erneut nach Deutschland geschickt, wirkte als Pfarrer in Wirges und Niederhadamar bis zu seiner Ernennung im September 2003 als Pfarrverwalter der Pfarrei St. Mauritius, Erbach und St. Antonius, Oberselters. Nach der Fusionierung der Kirchengemeinden zur Pfarrei St. Peter und Paul hat Pater Johannes als priesterlicher Mitarbeiter im Seelsorgeteam mitgearbeitet zum Wohl der verschiedenen Kirchorte.

Pater Johannes war ein beliebter Hirte, unkompliziert in seiner Art, immer bedacht auf die Probleme und Wünsche der Gemeindemitglieder. Seine Seelsorge verstand er im Dienst am Menschen, die Hilfe und Rat suchten oder seelsorgliche Stütze im Glauben brauchten. So war es ihm auch ein Herzensanliegen sich als Vorsitzender für die karitative Einrichtung "Antoniusbrot" einzusetzen, zum Wohl seiner leidenden Landsleute in Bosnien-Herzegovina. Selbst bereits vertraut mit Krankheit und Alter hatte er immer ein offenes Ohr für die älteren Gemeindemitglieder und Kranken. Er selbst - ein heiterer Mensch mit manchem Schalk gewappnet - versuchte den Menschen Lebenslust und eine selbstverständliche Geborgenheit in Gott zu verkünden. Er liebte die Fröhlichkeit in der Gemeinschaft und den Gesang und teilte mit so vielen die Begeisterung für Hand- und Fußball.

Im Gebet werden viele in der Pfarrgemeinde mit ihm in Verbindung bleiben und lächelnd werden wir an ihn denken mit den Worten von Rainer Maria Rilke:

"Wenn du an mich denkst,
erinnere dich an die Stunde,
in welcher du mich am liebsten hattest."

Das Requiem für Pater Johannes hält die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in der
St. Mauritius Kirche in Erbach am Dienstag, 26.08.2014, um 18.30Uhr

Für die Pfarrei St. Peter und Paul Bad Camberg: Pfarrer Klaus Nebel
Für die pfarrlichen Gremien: Thomas Bauer, PGR Vorsitzender

ein Priester im Ornat