Impressionen vom Höfefest

09. August 2009
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Ein bebilderter Bericht von unserem Bummel über's Höfefest in Bad Camberg am 1. und 2. August 2009.

 

Episode I

Samstag. Wunderbares Wetter. Gegen halb fünf machen wir uns fertig, schwingen uns in unseren fahrbaren Untersatz und gondeln nach Camberg. Auf dem Parkplatz unseres Vertrauens ist noch genau ein Platz frei.

Stand An Ständen herrscht in der Altstadt von Bad Camberg wahrlich kein Mangel. Die Händler verkaufen Schmuck, Seife, Stempel, Klappkarten, Kleidung, Figuren aus Porzellan, feuerspeiende Drachen und vieles mehr. Auch einige ansässige Geschäftsleute bieten ihre Waren vor ihrem Laden an. "ViVa-Outlet" steht an einem der Gartenweißlinge unten in der Strackgasse. Stand Stand Stand

 


Der Projektraum-13 ist natürlich beim Höfefest mit dabei.

Petra Bassus
Foto: Projektraum-13
Am Donnerstag hat hier bereits eine Auftaktveranstaltung stattgefunden. Die Jazz-Sängerin Petra Bassus, begleitet von dem Jazzpianisten Horst Bittlinger und dem Saxofonisten Steffen Müller-Kaiser, präsentierte unter dem Motto "Summertime" ein Programm aus Jazz-Standards, Evergreens, Broadway-Melodien und Chansons. Sabrina Meier berichtet darüber in der NNP: zum Artikel...

Projektraum-13 Heute ist der Hof ebenfalls geöffnet. Essen und Trinken, eine orientalische Lounge, der Glasbläser hat seinen Stand aufgebaut. Eine kleine Bühne, oder sagen wir eine "Musikecke" gibt es auch... Den Projektraum haben wir uns für heute Abend vorgemerkt. Der Gitarrist Peter Reimer ist angesagt. Projektraum-13 Glasblaeser

 


CVC CVC Beim Carnevals-Verein in der Strackgass vor der Metzgerei Schütz steigt bereits die Stimmung. Würstchen gibt's hier. Zu trinken auch. Und vor allem Klosterbraten. Den haben wir bereits fest vorgemerkt. Als Abendessen.

Jetzt freue ich mich erst mal, den Christoph kennenzulernen. Also persönlich. Durch die Kontakte im Internet kennen wir uns eigentlich schon recht lange. Aber es ist schön, ihm auch mal im Real-Live zu begegnen. Am Bratwurststand würde ich ihn treffen. Ich erkenne ihn auch gleich, den Bratwurststand... und auch den Christoph. Er sieht dem Typ auf seiner Homepage recht ähnlich.

Kunstgalerie Weber Der Carnevals-Verein hat gleich noch den Hof der Kunstgalerie Weber mit in sein Territorium eingebunden. Neben Malerei kann man hier auch Skulpturen bewundern, Tja, da hab ich jetzt leider vergessen zu fotografieren, hier ein Foto aus dem Stadtbummel.

 


Stuhlflechter Wo sind die Kunsthandwerker?

Auf dem Marktplatz zeigt eine Frau, wie man Stühle mit Korbgeflecht bespannt.

Marktplatz Der Marktplatz ist wie mir scheint, das Zentrum der eher volkstümlicher Musik. Eine Trachtengruppe spielt auf der überdachten Bühne. An den Tischen haben sich bei dem schönen Wetter eine Menge Leute eingefunden, die jetzt bei Essen und Trinken gemütlich beisammen sitzen.

Wurzelholzkugeln Kugeln, aber was für welche. Sowas haben wir ja noch nirgendwo anders gesehen. Aus Wurzelholz. Aber nicht aus dem vollen Holz, sondern unter Einbeziehung einzelner Wurzelstränge. Trotzdem insgesamt die Umrisse einer Kugel. Wurzelholzkugel

 


Sixpash Sixpash

Soundcheck. Sixpash ist für heute Abend im Amthof angesagt. Hey, nicht schlecht die Leutz. Und das Mädel kann richtig gut singen. Den Bass könnte man noch etwas rausnehmen. Im Bauch soll er dröhnen, nicht in den Ohren. Aber die Stimme der Sängerin... und spielen können sie auch. Wird bestimmt gut. Über 80 Fotos vom Konzert gibts übrigens auf der Homepage von Sixpash und weitere 70 Fotos bei Gooseweb. Sixpash Sixpash

 


Oldtimer Oldtimer Weiter gehts. Irgendwas hatte in der Zeitung von Oldtimern gestanden. Ja, da sind sie. Der ganze Parkplatz vor dem Rathaus ist voll davon. Hey, der Stingray? Ein Oldtimer? Tatsächlich - ein Blick auf den Zettel an der Scheibe zeigt: ich bin auch ein Oldtimer.

 

Oldtimer Oldtimer

 

 


Zurück über die Obertorstraße vorbei an vielen weiteren Ständen zum Marktplatz. Ein Eis wollen wir essen. Tartuffo und Kaffee-Eis in der Waffel. Eine gute Gelegenheit sich mal die Höfe von Creativ-Shop und Hartl anzuschauen.

Creativ-Shop Das Fenster vom Creativ-Shop weist auf die bevorstehende Eröffnung des Ladens hin. Auch Kurse sollen hier stattfinden. Der Laden zieht gerade von Würges hierher um. Die Eröffnung soll ja erst am 10. August sein, aber zum Höfefest hat Mariane Gailing vorab schon mal den Hof Marktplatz 5 geöffnet. Creativ-Shop Creativ-Shop

 


Bei Hartl Haushaltswaren gibt es im Hof Malerei in Hülle und Fülle. Eine gute Idee, das mit den Höfen. Wir werfen noch einen kurzen Blick ins Atelier des Malers. Stand Hof Hartl Hof Hartl Hof Hartl Hof Hartl

 


Im Hof vom Projektraum-13 in der Pfarrgasse beobachten wir Bernd Reimer bei der Arbeit. Glasblaeser Den Camberg Glasbläser kennt hier eigentlich jeder. Auch in unserer Wohnung tummeln sich Kugeln, Blumenvasen, Öllämpchen und grazile, zerbrechlich wirkende Vögel aus Glas. Glasblaeser Hübsche Sachen macht er, und das mit grossem Geschick. Er hat uns früher mal erzählt, dass er eine fundierte Ausbildung als Glasapparatebauer hat, wenn ich mich recht erinnere, Wie auch immer, jeder Handgriff sitzt, und ganz nebenbei erklärt er interessierten Besuchern was er tut. Man könnte ihm stundenlang zusehen.

 


Hof Weinladen Jaaaaa, und dann erreichen wir doch noch das Weincafe an der Stadtmauer. TWOnight spielen da seit fünf Uhr im Hof. Zwei gestandene Musiker, jeweils Mitglieder in verschienden Bands haben sich als Sideproject zu diesem Duo zusammengefunden. Hier unterhalten sie die Leute, die bei Kaffee und Kuchen oder bei einem Glas Wein an den Tischen sitzen. Hof Weinladen Das wäre das Stichwort gewesen. Nur hätten wir da wohl früher kommen müssen, der Hof an der Stadtmauer ist bis auf den letzten Platz besetzt. Hier Archivbilder für die, die den Hof noch nicht kennen, wenn auch ohne Leute. Na ja, so sieht man die Stadtmauer, die die Rückwand des Hofes bildet, besser.

 

Aber die Lust auf eine schöne Tasse Kaffee ist nun mal da und so pilgern wir wieder zum Amthofcafe. Vielleicht sind Sixpash ja noch den Sound am checken. Den Kaffee geniessen wir auf der Terrasse. Der Soundcheck ist schon durch. Ein Haufen Leute wuseln im Amtshof-Innenhof rum und schleppen Zeug durch die Gegend. Getränke, Registrierkassen, Früchte für Cocktails und vieles mehr. In einer Stunde ist Einlass für das Open-Air-Konzert. Dannn muss alles bereit sein.

Klostergrill
Foto: Carneval Verein Camberg
Noch ein bisschen bummeln, und dann kommt das, was kommen muss:
Klosterbraten des CVC zum Abendessen.
Herz, was willst du mehr.

Saftiger Spiessbraten am Feuer gegrillt, mit zwei Brötchenhälften, damit die Finger sauber bleiben. Darauf hab ich mich eigentlich schon gefreut, seit dem mir der CVC den Veranstaltungshinweis für meine Website geschickt hat.

 


Abends im Projektraum-13: Peter Reimer.

Peter Reimer Bisher haben wir es noch nicht geschafft, ihn LIVE zu erleben. Ein echtes Versäumnis, wie sich schnell zeigt. Vielen Stücken gibt er eine eigene Prägung. Bei anderen wiederum schliessen wir die Augen und überlegen ob da jetzt der Original-Interpret singt... Gerne würde ich Peter Reimer auch mal mit seinem klassischen Programm hören. Infos und Hörbeispiele gibt's auf der Homepage von Peter Reimer.

Ich möchte nicht versäumen, den trockenen Merlot zu loben, kredenzt von Roland Glomb, dem Inhaber des Biomarkts am Guttenbergplatz.

Zum Abschluss sind wir dann doch noch im Hof an der Stadtmauer gelandet. Wie das Leben so spielt standen da ein paar Bekannte rum, die wir lange nicht mehr gesehen haben. Früher mal Nachbarn. Fast jedenfalls.


Episode II

Sonntag. Hoffentlich hält das Wetter. Der Mensch im Radio hat nix Gutes prophezeit. Aber wider Erwarten sieht's doch eher positiv aus. Und es gibt ein paar gute Gründe nochmal Camberg-City anzusteuern. "Alraune" spielt im Projektraum 13. Hört sich mittelalterlich an. Bestimmt gut.

Und heute ist verkaufsoffener Sonntag. OK, es war diese Woche auch schon verkaufsoffener Montag und verkaufsoffener Dienstag... aber irgendwie ist ein verkaufsoffener Sonntag doch was ganz anderes. Und da ist ja noch die Sache mit den Schuhen. Nein, ich weiss gar nicht, weshalb immer Witze über Frauen und Schuhe gemacht werden. Um es gleich vorweg zu nehmen, wir haben die Schuhe gefunden, wenn auch nicht in der gewünschten Farbe. Und die Kunsthandwerker. Gestern hat eigentlich nur Bernd Reimer, der Glasbläser, und die Frau mit dem Korbgeflecht gehandwerkt. Heisst das so? Egal. Vielleicht sind ja heute noch ein paar mehr aktiv.

Nach dem Mittagessen also landfein gemacht und ab nach Camberg. Der Parkplatz unseres Vertrauens ist heute leider bis auf den letzten Platz besetzt. Aber ein Stück weiter bietet sich die Gelegenheit unseren Blechhaufen zwischenzulagern. Eigentlich haben wir nie Probleme, in Camberg einen Parkplatz zu finden. Wenn man spät kommt, halt nicht immer in der ersten Reihe.

Oha, heute ist noch mehr los als gestern. Das ist die Obertorstrasse am Sonntag Nachmittag. Obertorstrasse Stand Stand

 


Magisch zieht es uns nochmal zu den Wurzelholzkugeln. Der Künstler, oder Handwerker, der Kunsthandwerker halt, erklärt gerade einigen Leutchen wie die Dinger gemacht werden. Ist ne Menge Arbeit. Und Geduld braucht man. Wurzelholzkugeln Die Holzart spielt eine Rolle. Einige Hölzer sind mehrfarbig gemustert, Eiche wiederum wächst langsam und hat daher sehr feine eng zusammenliegende Jahresringe. Die Arbeit beginnt mit dem Ausgraben der Wurzel. Das macht der Kunsthandwerker, passenderweise heißt er Baumgärtner, am liebsten selbst, damit das Holz des Stammes und die daran hängenden Wurzeln nicht beschädigt werden. Von Erde befreit müssen die Baumstümpfe bis zu drei Jahren trocknen, sonst könnte das Holz reissen. Die Kugelform hat er dabei schon grob mit der Motorsäge ausgeschnitten. Ja, wie denn die so gleichmässige Kugel entstehen würde? Das sei mit der Hand fast unmöglich. Wenn man von einer Seite arbeitet und glaubt man habe eine Kugel vor sich, dann ist sie doch in den anderen Ebenen wieder ungleichmässig. Drechseln geht auch nicht. Nein, nicht wegen des Einspannens, wie ich vermute, vielmehr wegen der Unwucht, die das Werkstück bei hoher Drehzahl aus der Verankerung reissen würde. Er hat dafür eigens eine Machine gebaut, die in Kombination von einem langsam drehenden Werkstück mit einem schnell drehenden Werkzeug... Egal, jedenfalls ist das Ergebnis eine vollkommene Kugelform. Und jede Kugel ist ein Unikat. Mehr Info und viele Fotos gibt's auf der Homepage von Thomas Baumgärtner.

 


Wagner Auf dem Marktplatz hat sich heute ebenfalls ein Handwerker niedergelassen. Er zeigt, wie früher Holz zu Speichen für Wagenräder zurecht gehobelt wurde. Gar nicht so einfach ein Foto zu machen. Immer wieder wird der Handwerker von Leuten belagert, die alles ganz genau wissen wollen. Ein zünftig gekleideter Wandersmann geht vorbei, den Cambergern bestens als der frühere Pächter des Kurhaus-Restaurants bekannt. Aber wieder verdeckt ein wissbegieriger Mensch den Handwerker. Sei's drum, Jetzt hab ich doch noch ein Foto hingekriegt, wenn auch ohne Wandersmann.

TG-Blasorchester Und die Musi spielt dazu, heute das Blasorchester der TG, wie man schon von weitem an der Farbe der Hemden erkennen kann. Gar nicht schlecht spielen die. Das muss ich neidlos eingestehen, auch wenn Blasmusik nicht so ganz mein Ding ist. Gar nicht schlecht... ...und rappelvoll isser heut wieder, der Marktplatz. Es hat doch jede Menge Leute nach Camberg gezogen. Und Petrus meint es gut mit uns. Warum ich das betone? Wart's ab...

 


"Alraune" haben wir leider verpasst. OK, man kann nicht alles haben. Aber dafür können wir heute dem Stiftemacher bei der Arbeit zusehen. Stiftemacher Ja, da drechselt er, und erklärt seine Handwerkskunst, der Kunsthandwerker, der Stifte herstellt. Druckbleistifte und Kugelschreiber. Füllfederhalter sind auch dabei. Petra Hackert von der Nassauischen Neuen Presse beschreibt das in ihrem Bericht vom Höfefest sehr schön (zum Artikel...). Bei der Online-Version fehlen leider die Fotos. Nachlesen lohnt sich trotzdem, auch wegen der Ausführungen zu den Gargoyles, die an einem der anderen Stände rumlungern. Fantasy-Fans wissen, was das ist.

 

Kinderkarussell Auf dem Kirchplatz haben die Kinder das Kommando. Ein Kletterbaum, Spiele für die Kleinen, ein buntes Kinderkarussell... Sehr schön gemacht. Wir haben die Familienplanung bereits abgeschlossen und sind jetzt allein zu zweit unterwegs. Aber die Minis gehen mit viel Eifer und Spaß zur Sache...

 


Neben der Kunst kommt auch die Geschichte nicht zu kurz. Namentlich die Geschichte der Stadt Camberg oder genauer die Geschichte der Stadtmauer. Stadtmauerfuehrung Stadtmauerführungen gehören neben Stadtführungen zum regelmässigen Programm in Bad Camberg. Und es passt eigentlich sehr gut, einen Termin auf diesen Sonntag zu legen. Einige geschichtskundige Mitglieder des Vereins historisches Camberg haben sich ehrenamtlich als Stadtmauerführer zur Verfügung gestellt. Wie man sieht, finden die Ausführungen zur lebendigen Stadtgeschichte grosses Interesse.

Da war doch noch die Sache mit den Schuhen... Genau, Verkaufsoffener Sonntag-Nachmittag in Bad Camberg. Nicht nur die Schuhgeschäfte, sondern auch viele andere Läden locken mit Angeboten die Besucher des Höfefestes an. Eine gute Gelegenheit für einen Schaufenster- und Einkaufsbummel abseits der Hektik des Alltags. Vielleicht ist es das, was den Reiz des Shopping am Sonntag ausmacht.

 


Phils Eisdiele Was ist das einzige, das die Bewohner des kleinen gallischen Dorfes fürchten: richtig - dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Und genau das passiert jetzt. "Ach das sind nur ein paar Tropfen", meint jemand, als wir gerade Phil vor seiner Eisdiele Guten Tag sagen. Aber dann öffnet der Himmel sämtliche Schleusen. Stadtmauerturm Gewarnt durch den Wetterfrosch im Radio haben wir einen kleinen Faltschirm dabei und nutzen eine Regenpause, oder das was wir irrtümlich dafür halten, um halbwegs trocken zu unserem Auto zu gelangen. Die Stadtmauer-Gruppe treffen wir unterwegs auch wieder. Sie hat sich in einer Garage untergestellt, mit Blick auf einen Turm der Stadtmauer (Archivbild, ich glaub der da isses). So kann die Führung trotz Sintflut weitergehen. Die Ständler ergeben sich in ihr Schicksal und bauen eine Stunde früher ab als geplant. Und wir trinken unseren Kaffee, ebenfalls anders als geplant, heute zu Hause.

 

FAZIT: Immer wieder schön das Höfefest in Bad Camberg. Bummeln, gut essen und trinken, Musik hören, verkaufsoffener Sonntag, interessante Sachen sehen, nette Leute treffen... Und wie man liest, spielt die Kurverwaltung mit dem Gedanken, aufgrund des grossen Interesses, weitere Straßen und Höfe für Kunsthandwerker freizugeben. Wir freuen uns schon darauf...

noch ne Anmerkung: Bitte seht mir nach, wenn ich nicht von allem Fotos habe. Wir waren selbst auch auf dem Höfefest um zu bummeln, Kaffee zu trinken, Musik zu hören, Leute zu treffen und einfach mal zu sehen, was da alles geboten wird. Ein paar Fotos für meine Website hab ich zwar gemacht. Allerdings wusste ich da noch nicht, dass daraus ein kleiner Bericht werden würde.