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VHC Heft Nr.50 erschienen

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Die Ausgabe Nr.50 des VHC-Heftes "Historisches Camberg" ist erschienen.

Beim Neujahrsempfang des Vereins Historisches Camberg konnte Michael Traut die 50. Vereinsbroschüre "Historisches Camberg" präsentieren. Wobei die Bezeichnung Broschüre für die 50. Ausgabe eine Untertreibung ist, denn mit fast 150 Seiten ist ein kleines Buch entstanden und zusätzlich erhalten die Vereinsmitglieder ein 46 Seiten starkes Inhalts- und Autorenverzeichnis der bisher erschienenen 50 Vereinsbroschüren.

Zur Präsentation hatte Ottheinrich Lang vom Stadtarchiv die 49 Vorgängerausgaben mitgebracht. Die erste Ausgabe "Historisches Camberg" erschien 1978. Diese Ausgabe wie auch die nächsten fünf Ausgaben waren einfache mit der Schreibmaschine beschriebene und kopierte DIN-A-4 Bögen, die zusammengeheftet worden waren. Mit der 7. Ausgabe im Februar 1985 wurde das bis heute bewährte DIN-A5 Format eingeführt.

Im Vergleich zu den heutigen Vereinsbroschüren, die mit entsprechenden Programmen am Computer gelayoutet werden, wobei Rechtschreibe- und Tippfehler relativ einfach beseitigt werden können , war die Herstellung bis zur 24. Ausgabe im November 1994 noch sehr mühevoll, da die bis zu 60 Seiten starken Broschüren mit der Schreibmaschine geschrieben wurden.

Die 50. Ausgabe enthält neben den Vereinsnachrichten einen umfangreichen Artikel von Heide Wunder über die Frau des Achatz Freiherrn von Hohenfeld, dem nassau-diezischen Statthalter in Diez, der den Amthof in Camberg seine heutige Form gegeben hat und die Hohenfeldkapelle erbauen ließ. Unter dem Titel " 'ein fleißig und gute Wirtin' - 'die Statthalterin' Anna Ursula von Hohenfeld geb. von Metternich-Winneburg" zeichnet Heide Wunder das Bild einer Ehefrau des Niederadels im 17. Jahrhundert, die in der konfessionsverschiedenen Ehe sich gegen die protestantische Mutter und Schwester ihres Ehegatten durchsetzten musste, die in den 26 Ehejahren 15 Kinder zur Welt brachte und sich um deren Erziehung und Ausbildung kümmerte. Da ihr Mann häufig mehrere Wochen abwesend war, führte sie den großen Haushalt im Diezer Schloss recht selbständig und musste sich auch noch um zahlreiche Hofgüter, die Achatius als Lehen erhalten hatte, kümmern.

Marianne Adam und Michael Traut übertrugen die "Amtsbeschreibung von Camberg von 1692", die sich im Staatsarchiv in Wiesbaden befindet. Die Amtsbeschreibung beinhaltet eine Liste der Hauseigentümer in Camberg vom 17. Oktober 1692.

Peter K. Schmitt setzte sich zum 200. Geburtstag des Lieberschen Hauses mit "Gisbert Liebers Hausbau" auseinander. Gisbert Lieber, der infolge der Umwälzungen durch die Franz. Revolution seine Beamtenstellung in der Grafschaft Manderscheid-Blankenheim in der Eifel verlor, hatte Zuflucht bei der Familie in der alten Heimat in Camberg gefunden und durch die Herstellung und den Vertrieb eines Brusttees ein ansehnliches Vermögen erworben. Um seiner zahlreichen Familie eine angemessene Unterkunft bieten zu können, hatte er vom Freiherrn von Hohenfeld ein Grundstück in der Nähe der südlichen Stadtmauer erworben. Mit Hilfe eines im Stadtarchiv vorliegenden "Bautagebuch" konnte Peter K. Schmidt sehr schön darstellen, wie die Bauarbeiten an einem Gebäude Anfang des 19. Jahrhunderts abliefen, wie die Handwerkmeister kalkulierten und wie viele Maas Wein und "Schopen" Brandwein bei den einzelnen Gewerken "verzert" wurden.

Sehr schön ist die Geschichte von Martin Traut vom "Der Krimmelbach - unsichtbar und vergessen." Martin Traut berichtet von "Wasser-Geschichten vom Krimmelbach", "Geheimnisvollen Abdrücken" in der Eichbornstraße und er schildert, wie der Krimmelbach in den 50er Jahren über die Ufer trat und die schlammigen Wassermassen die Limburger Straße im Bereich des Nassauer Hofes (heute La Vita) überschwemmten.

Manfred Kunz berichtet von Johannes Tiefenbach, seiner Familie und seinem Fachwerkaus, das den Marktplatz seit 421 Jahren ziert. Johannes Tiefenbach war nassauischer Keller, der in Diensten des protestantischen Grafen von Nassau-Dillenburg stand. Da Camberg zweiherrisch war und die zweite Hälfte dem katholischen trierischen Kurfürsten und Erzbischof gehörte, kam es zu Problemen in der Stadt, die mehrmals mit Ausweisungen der Protestanten ihren Höhepunkt erreichten. Durch den Hausbau am Marktplatz und die Beschriftung an der Schwelle des 1. Obergeschosses dokumentierte er seinen Unmut über die Unterdrückung der evangelischen Christen in Camberg. Ausführlich beschreibt Manfred Kunz auch das wunderschöne Fachwerk des Tiefenbachhauses und berichtet auch über die späteren Besitz bis in unsere Tage.

In einem weiteren Beitrag berichtet Architekt Stephan Dreier über die Sanierung des Tiefenbachhauses im Jahre 2009. Obwohl der Schaugiebel 1994 aufwändig restauriert worden war, gab es 15 Jahre später wieder umfangreiche Fäulnisschäden an der Fassade. Stephan Dreier befasst sich mit den einzelnen Schadensbildern, den Schadensursachen und der Sanierung des Giebels.

Ottheinrich Lang zeigt in seinem Beitrag "Die wechselvolle Geschichte der Camberger Wendelinuskapelle" wie die Kapelle, bedingt durch die Entwicklung der Stadt Camberg, mehrmals an einem neuen Ort in der freien Feldflur erbaut wurde. Von der heutigen Frankfurter Straße wechselte der Standort Ende des 19. Jahrhunderts an den sogenannten "Prozessionsweg" (heute Hohenfeldstraße) und 1960 wurde die Kapelle neben dem jetzigen Reitplatz neu errichtet.

Die aktuelle 50. Ausgabe von "Historisches Camberg" kann man im Buchhandel oder im Stadtarchiv zum Preis von 14 Euro erwerben. Mitglieder des VHC erhalten die Vereinsbroschüre in den nächsten Tagen kostenlos. Ältere Ausgaben sind auch noch im Stadtarchiv erhältlich.

www.verein-historisches-camberg.de

Leute mit Büchern in der Hand
Die VHC Vorsitzende Doris Ammelung dankt den Autoren und der Redaktion der 50. Ausgabe (von links nach rechts) Raimund Rühling, Doris Ammelung, Manfred Kunz, Ottheinrich Lang, Michael Traut und Dr. Peter K. Schmidt

 

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