
"Virtuelle Heilige - Was haben sie uns zu sagen?" heißt das Thema des Ökumenischen Montags-Treffs am Montag, 13. Februar 2012.
Auf das weltweite Phänomen der Verehrung von Heiligen, die es niemals gab, geht DDr. habil. J. Georg Schütz aus Aschaffenburg ein. Er ist Ökumene-Referent i. R. der Deutschen Bischofskonferenz und stellvertretender Diözesan-Vorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Würzburg.
Santa Muerte Informationsbedarf und Gesprächsstoff gibt es in Hülle und Fülle. Es gibt "Heilige" (zum Beispiel die heilige Kümmernis oder Wilgefortis, eine sexuell bedrängte junge Frau), die es in Wirklichkeit nie gegeben hat. Sie stehen in keinem offiziellen Heiligenkalender. Sie sind "virtuelle Heilige", die in ihrer Symbolik auch heute als "soziales Medium" existieren und zu einer bestimmten Zeit vom Volk stark verehrt wurden und werden. Doch in ihrer "Gestalt" haben sie auch den heutigen Menschen etwas zu sagen, was oft in keinem wirklichen Heiligen so deutlich und zeitnah anzutreffen ist.
Vielen Menschen sind sie unbekannte "Heilige", deren Geschichte sich in Geschichten und Legenden verloren hat. Der Kult um die "virtuellen Heiligen" hat in den vergangenen Jahren merklich zugelegt. In jüngster Zeit ist besonders der heilige Prekarius (wie sein weibliches Gegenstück, die heilige Prekaria) ins Blickfeld gerückt. Sein Gedenktag ist der 29. Februar. In seiner kunstvollen Scheinwirklichkeit wie in seiner Unwirklichkeit steht er ganz nahe am konkreten, wirklichen Leben und macht heute als Anwalt der arbeitenden Menschen auf die "reale Unkultur" der heiklen (prekären) Arbeits- und Beschäftigungs-Verhältnisse aufmerksam. Seine Anhänger verehren ihn als Schutzheiligen der Armen und Entrechteten. Die Christliche Arbeiterjugend sieht in ihm ein Zeichen der Solidarität mit den prekär beschäftigten Jugendlichen. Das "prekäre" Thema ist also hoch aktuell.
Zur Information und zum Gespräch mit dem Referenten und miteinander lädt die ökumenische Basisgruppe ACTION 365 Alt und Jung von nah und fern bei freiem Eintritt von 19.30 Uhr bis etwa 21.30 Uhr im Bad Camberger Hotel "Haus Pohl", Parkstraße 9 (Badehausweg, am Boule- und Minigolfplatz, in der Nähe der Kliniken und der Kurheime) herzlich ein.
Das Motto "Christen im Gespräch - miteinander und mit anderen" gilt auch für dieses Treffen. Jeder kann eigene Erfahrungen, Fragen, Einwände, Wünsche und Anregungen einbringen.
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