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Start Veranstaltungshinweise Kino im Kurhaus am 9. November 2016

Kino im Kurhaus am 9. November 2016

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"Kino im Kurhaus" zeigt am Mittwoch, 9. November 2016, wieder zwei aktuelle Kinofilme im Bürgerhaus "Kurhaus Bad Camberg".

- nur Abendkasse - kein Kartenvorverkauf -

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Die Nachmittagsvorstellung

PETS - 16.00 Uhr Eintritt 5,-

Was machen eigentlich unsere Haustiere, wenn wir einmal nicht zu Hause sind? Um diese durchaus naheliegende Frage bauten die Animationsväter von "Ich - Einfach unverbesserlich" und "Die Minions", Chris Renaud und Chris Meledandri, einen temporeichen Kinospaß für die ganze Familie. Ihr Film sprüht vor liebevollen Figuren, New-York-Anspielungen und sauber animierter 3D-Action. Und im Gegensatz zu Disneys "Zoomania" dürfen auch wir Menschen hier zumindest eine Nebenrolle übernehmen.

Zeichentrickfigur im Weltraum

Die Antwort, die ihr Film gibt, ist eine zu gleichen Teilen unterhaltsame wie passende für New York, wo jeder seine kleinen und größeren Neurosen pflegt. Endlich unbeobachtet darf man mal das machen, wovon Herrchen oder Frauchen ihre Lieblinge immer gewarnt haben. Entsprechend liebevoll werden hier vor allem die Vierbeiner portraitiert. Figuren wie das auf Rache sinnende, ausgemusterte Zauberer-Kaninchen Snowball oder der scheinbar verwöhnte Schoßhund Gidget dürften Kinozuschauer jeden Alters begeistern. Wir Menschen spielen hingegen meist nur eine Nebenrolle als Dosenöffner oder Hundesitter. Bereits der Vorspann von "Pets", der zugleich die Grundlage für den Trailer war, würde mit seiner hohen Gagdichte und seinem Einfallsreichtum sicherlich auch als Kurzfilm funktionieren. Dass die Geschichte im weiteren Verlauf dieses Niveau trotz eines forschen Tempos nie mehr ganz erreicht, überrascht nicht. (Marcus Wessel)

USA 2016; Regie: Chris Renaud, Yarrow Cheney, Animationsfilm, Stimmen: Jan Josef Liefers, Dietmar Bär, Fahri Yardim, Jella Haase, Stefanie Heinzmann, Uwe Ochsenknecht, Martina Hill, Dieter Hallervorden, Laufzeit: 90 Minuten, ab 0 Jahren

Homepage zum Film

Die Abendvorstellung

EL OLIVO - DER OLIVENBAUM - 19.30 Uhr - Eintritt 6,-

Ein emotionales Märchen ist "El Olivo - Der Olivenbaum", der neue Film von Icíar Bollaín, die zuletzt mit "También la Lluvia - Und dann der Regen" in Deutschland im Kino war. Wie sich das für ein Märchen gehört, ist auch "El Olivo" moralisch und erzählt vom materiellen und vor allem emotionalen Ausverkauf, den Spanien durch die Wirtschaftskrise seit Jahren erleidet.

Neben ihrem alternden Großvater Ramón (Manuel Cucala) liebt Alma (Anna Castillo) nichts so sehr wie einen der alten, knorrigen Olivenbäume, der sich seit ewigen Zeiten im Besitz der Familie befand. Als Kind kletterte sie in seinen Ästen, versteckte sich in einem Loch im Stamm und ließ sich vom Großvater erklären, wie man mit Hilfe eines kleinen Zweiges einen Ableger zieht, der vielleicht eins Tages zu einem neuen, ebenso mächtigen Baum heranwachsen wird. Doch der Baum ist längst verschwunden, im Zuge der Wirtschaftskrise zu Geld gemacht, für 30.000 Euro verkauft, viel Geld, das aber längst in einem Projekt verbrannt ist.

eine Frau auf dem Schoß eines Mannes

Der Großvater lebt immer noch mit seiner Familie auf der Farm, mit seinen Kindern und Enkeln, doch zunehmend macht das Alter ihm zu schaffen. Immer häufiger wandert er ziellos durch die Gegend, auf der Suche nach dem Olivenbaum, wie allein Alma spürt. Schnell macht sie per Internet den aktuellen Standort des Baums ausfindig: Eine Bank in Düsseldorf, die den Baum sogar als Signet benutzt. Kurzentschlossen überredet Alma ihren Onkel Arti (Javier Gutierrez) und ihrer Verehrer Rafa (Pep Ambros), sich auf die Reise nach Deutschland zu machen. Wie genau sie den Baum zurückbekommen will, weiß sie zwar noch nicht, aber wo ein Wille ist, scheint auch ein Weg zu sein.

Es überrascht nicht zu lesen, dass der englische Autor Paul Laverty das Drehbuch zum Film seiner Lebensgefährtin Icíar Bollaín geschrieben hat, ist Laverty doch vor allem für seine Drehbücher zu sozial engagierten Filmen von Ken Loach bekannt. Auch für den diesjährigen Cannes-Gewinner "I, Daniel Blake" schrieb Laherty das Drehbuch, doch während dort Ken Loach seine Geschichte von Engagement und Widerstand gegen ein zunehmend zynischeres Sozialsystem bitter und schonungslos enden lässt, geht Bollaín in "El Olivo" einen anderen Weg. Auch wenn die Darstellung der spanischen Region Castellon, ihrer Wirtschaftsprobleme und zunehmend industrialisierten landwirtschaftlicher Betriebe Anzeichen von Sozialrealismus trägt, ist die Geschichte vom ersten Moment an von märchenhaften Zügen geprägt. Wie eine weibliche Version von Don Quijote wirkt die ebenso burschikose wie rechtschaffene Alma, wenn sie mit einem riesigen Lastzug durch Europa fährt, eine symbolische Freiheitsstatue im Gepäck, um das Unmögliche möglich zu machen.

Spanien/ Deutschland 2016, Regie: Icíar Bollaín, Darsteller: Anna Castillo, Javier Gutierrez, Pep Ambròs, Maunel Cucala, Miguel Angel Aladren,98 Min., ab 6 J.

Homepage zum Film

 

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