Zweites Treffen der "Initiativgruppe Stolpersteine"

15. April 2013
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Nachdem sich bei der Gründungsversammlung über 20 Bad Camberger Bürgerinnen und Bürger zusammengefunden hatten, um das Projekt "Stolpersteine in Bad Camberg" zu koordinieren, findet das zweite Treffen der "Initiativgruppe Stolpersteine" am Montag, 15. April 2013, um 20 Uhr im Ratskeller (Untergeschoss Bürgerhaus) statt. Wer gerne noch bei der Initiativgruppe mitarbeiten möchte oder sich einfach nur über den aktuellen Stand des Projektes informieren will, ist zum dazu herzlich eingeladen.

Die "Stolpersteine" sind ein Projekt, das die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Bürger, der politisch Verfolgten und der Euthanasieopfer lebendig halten soll. Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt seit 1997 vor den Häusern von Menschen, die dem Terror des Nationalsozialismus zum Opfer fielen, sogenannte "Stolpersteine".

Dabei handelt es sich um kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden vor den letzten frei gewählten Wohnorten der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen und tragen die Inschrift: "Hier wohnte/lebte/wirkte..." und darunter das Geburtsdatum und das weitere Schicksal des genannten Menschen, z.B. Deportationsdatum, Todesort und Todesdatum.

Die "Stolpersteine" sind kleine, dezentrale Denkmäler. Wer über die Steine geistig "stolpert" wird daran erinnert, dass die Opfer des deutschen Faschismus hier als unsere Nachbarn lebten und wirkten, bis sie aus ihren Häusern geholt, verschleppt und ermordet wurden, weil sie nicht in das Menschenbild der Nationalsozialisten passten.

Die "Stolpersteine" sollen über Spenden und Patenschaften finanziert werden. Es haben sich bereits einige Bürgerinnen und Bürger bereit erklärt, "Stolpersteine" in unserer Stadt zu finanzieren.

Bei der Gründungsversammlung der Initiativgruppe hatten sich die Anwesenden in zwei Unterarbeitsgruppen aufgeteilt, die in der Zwischenzeit mit der Recherche über die Namen und die Lebensläufe der Opfer begonnen haben. Nun werden die ersten Ergebnisse der beiden Unterarbeitsgruppen zusammengetragen und es wird besprochen, wie die weiteren Schritte sein werden. Für Fragen steht die Ausschussvorsitzende für Kur, Kultur und Tourismus, Julia Schlösser, unter Tel. 06434-38421 oder Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. zur Verfügung. (js)

Siehe auch "GRÜNE wollen "Stolpersteine".... und Beitrag "Gründungstreffen...".