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alte Fotos jüdischer Camberger Familien gesucht

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Wer erinnert sich noch an die Familie Löwenthal? Die "Initiativgruppe Stolpersteine" sucht im Rahmen ihrer Recherche zu jüdischen Familien, die in Camberg gelebt haben, und die von hier aus deportiert wurden, Fotos von Hermann und Regine Löwenthal und ihrer behinderten Tochter Irma (geb. 1908).

Hermann Löwenthal war Viehhändler in Camberg. Im August 1942 wurde die Familie Löwenthal mit den letzten noch im Kreis verbliebenen Juden nach Frankfurt verschleppt, drei Tage später von dort aus nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet. Die Initiativgruppe sucht weitere Informationen zu der Familie und hofft, dass es vielleicht in dem einen oder anderen Fotoalbum Camberger Familien Bilder von Herrmann, Regine und Irma Löwenthal gibt, oder dass sich jemand an die Familie Löwenthal erinnert und etwas über sie erzählen kann.

Auch über Fotos und Erinnerungen an Seligmann und Pauline Bachenheimer, geb. Stern, Adolf und Dora Kahn, geb. Mainzer, Daniel Levi, David und Johanna Liebmann, geb. Oppenheimer, Recha Oppenheimer sowie Moritz und Hedwig May geb. Leopold würde sich die Initiativgruppe freuen. All diese Camberger Bürgerinnen und Bürger wurden von hier aus deportiert und später ermordet. Für sie werden am Donnerstag, 13. Februar 2014, die ersten so genannten "Stolpersteine" in Bad Camberg verlegt, um an sie zu erinnern.

Es gab in Camberg offenbar auch Menschen, die in der NS-Zeit Opfer der Euthanasie wurden, weil sie krank oder behindert waren. Mitglieder der Initiativgruppe sind hier noch mit der Recherche befasst, auch für diese Opfer des Nationalsozialismus sollen nach Abschluss der Recherchen "Stolpersteine" in Bad Camberg verlegt werden.

Wer bereit ist, der Initiativgruppe leihweise Fotos zu überlassen, oder wer Erinnerungen weitergeben kann, der wird gebeten, sich an Julia Schlösser, Sprecherin der Initiativgruppe, unter Tel. 06434-38421 zu wenden.

Die "Stolpersteine" sind ein Projekt, das die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Bürger, der politisch Verfolgten und der Euthanasieopfer lebendig halten soll. Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt sie seit 1997 vor den Häusern von Menschen, die dem Terror des Nationalsozialismus zum Opfer fielen. Dabei handelt es sich um kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden vor den letzten frei gewählten Wohnorten der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen und tragen eine Inschrift mit dem Namen, dem Geburtsdatum und dem weiteren Schicksal des genannten Menschen, z.B. Deportationsdatum, Todesort und Todesdatum.

Die "Stolpersteine" sind kleine, dezentrale Denkmäler. Wer über die Steine geistig "stolpert" wird daran erinnert, dass die Opfer des deutschen Faschismus hier als unsere Nachbarn lebten und wirkten, bis sie aus ihren Häusern geholt, verschleppt und ermordet wurden, weil sie nicht in das Menschenbild der Nationalsozialisten passten. (js)

 

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