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Recha Oppenheimer

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eine mit Namen und Daten beschriftete Messingplatte
Dokumentation Stolpersteine Bad Camberg 2014

Bad Camberg, Obertorstraße 11

Passfoto einer Frau

Recha Oppenheimer

Geburtsdatum: 18.01.1882, Camberg
Deportation: 01.09.1942, Theresienstadt
Tod: 15.05.1944, Auschwitz

Frau Recha Oppenheimer wohnte zuletzt in der Obertorstraße 11. Sie kam 1933 von Marsberg/Westfalen zurück und wohnte zuerst bei ihrer Schwester und ihrem Schwager den Eheleuten David und Johanna Liebmann geb. Oppenheimer in ihrem Elternhaus Neumarkt 11. Danach von 1935-1937 in der Burgstraße 6 und anschließend bis 1939/1940 in der Burgstraße 27.

Sie war als Haushälterin tätig, wurde infolge einer Erkrankung berufsunfähig und bezog ein Ruhegeld in Höhe von RM 48,40 monatlich.

Am 4. September 1939 erstattete ein Camberger Anzeige gegen Frau Recha Oppenheimer, die bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, an dem, wie behauptet wurde, die Juden schuld seien, sich geäußert haben soll: "Wart nur ihr Nazis, in vier Wochen seid ihr erledigt."

Im Zusammenhang mit dem von der Geheimen Staatspolizeistelle Frankfurt am Main angeordneten, am Freitag, dem 28. August 1942, durchgeführten Abtransport der Juden im Kreis Limburg/Lahn berichtete die Stadt Camberg: Die Jüdin "Recha Sara Oppenheimer", geb. am 18.1.1882, welche sich in letzter Zeit in einem jüdischen Krankenhaus in Frankfurt/Main befindet, kam nicht, wie gesagt, nach Camberg zurück und konnte aus diesem Grunde nicht abtransportiert werden.

Die von Ihr in der Obertorstraße zurückgelassenen Gegenstände und Ihr Vermögen wurden vom Reich beschlagnahmt. Die Verfügung des Oberfinanzpräsidenten über den Einzug ihres Vermögens wurde noch vor der Deportation am 28.8.1942 in der Rechneigrabenstraße 18, einem jüdischen Krankenhaus und Altersheim zugestellt. Ihre, in der Obertorstraße zurückgelassene Habe wurde versteigert und erbrachte RM 355,55, obwohl Polizeimeister Mick auf der Inventarliste handschriftlich vermerkt hatte, "Die Recha Oppenheimer hat, wie allgemein angenommen wurde auch gelitten an einer ansteckenden Krankheit (Angabe des Dr. med. Lieber, Camberg, telef. 7.10.42). Die Gegenstände sind völlig verbraucht."

Frau Oppenheimer wurde am 01.09.1942 von Frankfurt zuerst nach Theresienstadt und anschließend weiter ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort am 15.05.1944 ermordet.

Quellen:
Akten des Stadtarchivs Bad Camberg (XIII 2-16, 1-53, 2-8)
Akten des Hessischen Hauptstaatsarchives HHStAW Abt. 519/3-5658, 519/2-1250, 518/63441
Schmidt, Peter Karl "Die Judenschaft von Camberg, 300 Jahre jüdisches Landleben" Selbstverlag, 2014

Lebenslauf als PDF

Stand:07.02.14

 

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