Die mittlerweile vorhandenen Inhalte dieser Seite sind nach Informationen aus dem Internet und nach Telefonaten mit Mitarbeitern der GVL in Berlin entstanden. Trotzdem können diese Infos nur als Orientierung dienen. Für verbindliche Auskünfte wendet euch bitte an die GVL.
GVL bedeutet "Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten".
Die GVL ist die urheberrechtliche Vertretung der ausübenden Künstler und der Tonträgerhersteller
und übernimmt für sie das Inkasso.
Die Adresse der Homepage lautet www.gvl.de
Dort findest du Anschriften, Telefonnummern und eMail-Adressen.
Am besten du liest dort mal die FAQ. Aber auch in den Dokumenten
des Download-Bereichs stecken viele nützliche Informationen.
das was du ins Feld führst betrifft die GEMA.
GEMA und GVL sind zwei getrennte Paar Stiefel.
Die GEMA vertritt die Rechte der Texter und Komponisten, man hat Anmeldegbühren und einen Jahresbeitrag. Bei der GEMA ist man dann auch mit allen Stücken gemapflichtig und hat eventuell die geschilderten Probleme mit Veranstaltern und eigenen Live-Auftritten.
Die GVL kassiert für die sogenannte "Zweitverwertung". Dazu gehören NICHT eure Live-Auftritte. Die Darbietung der Musik Live oder die Herstellung der CDs gehört zur "Erstverwertung" der Urheberrechte.
Die Zweitverwertung umfasst das Senden der in "Erstverwertung" eingespielten CDs, das Kopieren von CDs, die Weiterleitung von Radio- oder CD-Musik in Hotelzimmern.
Bei der GVL wird man auch nicht Mitglied, sondern man beauftragt die GVL mit der Verwertung der Zweitrechte. Man hat bei der GVL keine Aufnahmegebühr und keinen Jahresbeitrag.
Man schließt für seine CDs einen Wahrnehmungsvertrag mit der GVL ab (ist auch gebührenfrei) und erhält dann jährlich je nach Umsatz seine Tantiemen, mindestens jedoch 110 Euro, wenn man überhaupt CDs verkauft hat.
Ich habe das auch nicht so recht glauben wollen und habe deshalb mit der GVL in Berlin telefoniert. Es ist tatsächlich so. Das Geld kommt von den Gebühren von der Zweitverwertung, wie Senderechten und Pauschalabgaben für Leerkassetten, CD-Rohlinge, CD-Brenner und sowas.
Die GVL hat mit der GEMA nichts zu tun, das sind getrennte Interessensvertretungen. Die Gema übernimmt allerdings für die GVL das Inkasso, wenn zB in Diskotheken oder in Umbaupausen von Konzerten oder vor Konzertbeginn Musik von CD gespielt wird. Dann halten nämlich Texter und Komponist (über die GEMA) wie auch Sänger, Musiker und Labels (über die GVL) die Hand auf. Die GEMA zieht zur Verwaltungsvereinfachung gegenüber den Veranstaltern die GVL-Gebühren gleich mit ein und leitet sie an die GVL weiter.
Schau mal auf GVL.de und auf GEMA.de, da steht einiges in den FAQ.
Bei Rockbands ist es halt oft so, dass Texter, Komponist, Musiker und Hersteller die gleichen Leute sind. Trotzdem sind GEMA und GVL auseinanderzuhalten. Du kannst für deine CDs die Wahrnehmung deiner Rechte als Musiker oder CD-Produzent der GVL übertragen ohne Mitglied der GEMA zu werden. Die GEMA vertritt nur die Rechte der ihr angeschlossenen Komponisten, Texter und Verleger. Die Tantieme von der GVL sind in keiner Weise mit denen der GEMA verknüpft. Sie fallen unabhängig von der GEMA bei der GVL an. Vorausgesetzt ihr habt CDs verkauft.
Und selbst wenn du nur wenige CDs losschlägst, ist die GVL sehr kulant, um kleinere Bands zu fördern. Der Sozialgedanke ist nicht nur in deren Statuten festgeschrieben, sondern der Mitarbeiter am Telefon hat das auch bestätigt.
Wir haben am Telefon mal rumgerechnet:
Eine Band, die einen Vertrag mit einem Label hat, bekommt Honorar. Dann kann der Musiker dieses Honorar melden, und er geht damit in den Verteilungsschlüssel ein.
Bei Bands, die ihre CDs selbst produzieren, also ihre Aufnahmen in einem Studio auf eigene Kosten durchziehen und dann ihre CDs bei einem Presswerk herstellen lassen, fallen ja keine Honorare an. Dann legt die GVL die Verkaufserlöse für dieses Jahr der Berechnung der Tantiemen zugrunde. Nachdem viele Bands keine Belege oder nur handschriftliche Aufzeichnungen über ihre bei Konzerten verkauften CDs habaen, akzeptiert die GVL sogar diese Eigenbelege oder die Angaben der Bands. Man muss dann allerdings mit der Rechnung vom Presswerk nachweisen, dass man überhaupt CDs hergestellt hat. Die GVL wird stinkig, wenn sie das Gefühl hat, jemand will sich Geld erschleichen.
Hier nun das Beispiel:
Und das hat nix mit der GEMA zu tun, es geht nur um die Musiker und Tonträgerhersteller (Labels). Wenn Texter und Komponist ebenfalls in der Band sind können die natürlich vollkommen unabhängig von den GVL-Tantiemen für ihre Tätigkeit als Musiker bei der GEMA Mitglied werden und dort zusätzlich Tantiemen für ihre Tätigkeit als Komponist oder Texter beziehen.
Was euch betrifft, so würdet ihr für 2006 bei der Verteilung der GVL berücksichtigt, wenn ihr
- den Wahrnehmungsvertrag mit der GVL bis April 2007 abgeschlossen hättet und
- die Unterlagen über den CD-Verkauf bis Ende Juni 2007 eingereicht hättet.
Wie ich deine Mail verstehe, könnt ihr also für 2006 nichts mehr abrechnen, aber falls ihr in 2007 CDs verkauft, dann in 2008 für 2007.
Wann die CDs produziert wurden ist auch egal. Das könnte so aussehen:
Wenn das für euch konkret der Fall ist, lies dir die Website der GVL durch und ruf dort an. Die Leute waren sehr freundlich und hilfsbereit.
Ihr könnt auch offen reden. Ich hab den Herrn auch auf das Thema Mindestumsatz/Jahr angesprochen. Er hat gemeint, dass sei immer so ne Sache. Wenn ne Band 3 CDs verkauft und die auch noch an Papa, Mama und Oma, dann wäre die Ernsthaftigkeit nicht gegeben, aber unter normalen Bedingungen sei man bei entsprechender Glaubhaftigkeit recht kulant.
Die Leute von der GVL kennen die Verhältnisse in ihrem Geschäft sehr gut und auch die Verhältnisse bei den kleinen Bands.
Nach ein paar Mails, die auf bereits produzierte CDs Bezug genommen haben hier eine Klarstellung:
Die Aufteilung der von den Musik-Zweitverwertern eingenommenen Gelder auf die Berechtigten erfolgt gemäß den Honoraren, die die Künstler im fraglichen Jahr eingenommen haben. Dem liegt die Idee zugrunde, dass die CDs von einem Künstler, der in einem Jahr 200.000 Euro Honorar kassiert, auch öfter kopiert, gesendet oder öffentlich gespielt werden, als die CDs von einer Band, die im Jahr gerade mal 30 Stück verkauft.
Die Einnahmen durch CD-Verkauf werden nur ersatzweise für die Berechnung eines fiktiven Honorars benötigt, nachdem ihr bei Eigenproduktionen ja kein Honorar von euch selbst bezogen habt. Das Jahr der Produktion eurer CD ist vollkommen egal. Die GVL benötigt die Rechnung nur als Nachweis, dass tatsächlich CDs produziert wurden und zur Kontrolle der Menge. Ist ja klar, dass die GVL ohne eine von einem Label abgestempelten und unterschriebenen Honorarvertrag nebst Bankauszug irgend einen anderen Nachweis benötigt, dass ihr überhaupt CDs verkauft habt.
Nochmal: die Zahlungen der GVL sind Tantiemen, die sich aus der "Zweitverwertung" eurer Musik ergeben. Mit der Produktion eurer CD oder dem Herstellungsjahr hat das nichts zu tun. Es ist auch vollkommen egal, wieviel eure CD in der Herstellung gekostet hat, wichtig ist nur, wieviele ihr in dem Abrechnungsjahr verkauft habt und zu welchem Preis. Die Auszahlung der Tantiemen ist eine Folge der Umsätze im vergangenen Abrechnungsjahr und kein Zuschuss zur Produktion eurer letzten oder eurer nächsten CD. Wobei ihr die Kohle natürlich bestens für eure nächsten Aufnahmen verwenden könnt. Die Künstler, die hauptberuflich Musiker sind, bestreiten von den Tantiemen ihren Lebensunterhalt, Miete, Auto, Klamotten, Essen und Trinken. Das hat auch nichts mit ner CD-Produktion zu tun. Oder?
Auf die GVL bin ich bei meinen Recherchen über die GEMA im Internet aufmerksam geworden. Vorher wusste ich noch nicht mal, dass es sowas gibt. Dabei bin ich auch über Forenbeiträge gestolpert, die Fragen zur GEMA und GVL behandelten. Unter anderem die Fragen wofür die GVL überhaupt zuständig ist und die Tatsache, dass auch kleinere Bands, die CDs selbst produzieren und vertreiben, Tantiemen beziehen können. Auch, dass das viele nicht wissen und ihren Anspruch verfallen lassen, also "Geld verschenken", wie es einer formuliert hat. Nachdem ich dabei nicht gezielt recherchiert habe, kann ich nicht mehr angeben auf welchen Websites ich im Einzelnen war. Passt bei euren eigenen Suchen auf, WER etwas in die Welt setzt, mein Eindruck war, dass zu diesem Thema (wie auch zur GEMA) viele einseitige Meinungen, Halbwahrheiten und Falschmeldungen kursieren.
Nachdem ich weiss, dass auch in unserer Region viele Bands CDs selbst aufnehmen und in eigener Verantwortung pressen lassen, jedoch zu vermuten ist, dass viele die GVL ebenfalls nicht kennen (oder nur dem Namen nach), bin ich der Sache auf den Grund gegangen und habe mich gezielt über die GVL informiert.
Auf der GVL-Homepage findet man viele nützliche Informationen darüber, wer die GVL ist, was sie tut, wen sie vertritt, wie die Formalitäten sind, woher die Gelder stammen und wie sie verteilt werden.
Die noch offenen Fragen haben mir zwei Mitarbeiter der GVL telefonisch beantwortet, einer von ihnen allgemeine Fragen zur GVL und zur Ausschüttung, ein anderer (eigentlich "eine andere", eine nette Lady war's) meine Fragen zu Labels und Labelcodes, beide sehr kompetent und freundlich. Auf alle meine Fragen konnten sie spontan, ausführlich und schlüssig antworten, sodass ich davon ausgehen kann, dass es sich um fundierte Auskünfte handelte.